angekommen

nach 1149 schönen, aber auch sehr anstrengenden Kilometern sind wir gestern um 14:00 Uhr in Santiago de Compostella eingetroffen. Anne konnte die letzten 20,9 Kilometer langsam und vorsichtig mitgehen.

Wir werden, wie bereits angekündigt nicht weiter nach Finisterra gehen, sondern den Bus benutzen und dort die restlichen Tage etwas ausspannen und uns erholen.

Wir danken allen, die uns auf der Tour medial begleitet haben und uns mit Ihren Kommentaren erfreut haben.

Der Blog ist mit diesem Eintrag beendet.

Kathedrale von Santiago de Compostela  die Kathedrale von Santiago de Compostela, wegen Renovierung eingerüstet und davor Vorbereitungen zum Jakobsfest am 25.07.

Eingang zur Kathedrale  der Eingang zur Kathedrale

heilige Pforte  die heilige Pforte, sie wird nur in heiligen Jahren geöffnet, wenn der 25.07. auf einen Sonntag fällt

Butafumeiro im Einsatz  der Butamofeiro im Einsatz, normaler Weise nur Freitags, oder gegen eine seeeeehr großzügige Spende, oder in der Woche vom 25.07.

Certifikate erhalten  wir haben unsere Certifikate erhalten

Cappucino Legs  meine Beine sorgen immer wieder für Gelächter und haben den Namen Cappucino – Legs erhalten

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Schöner Tag

Tag 55 Arzua – O Pedrouzo 21,5 km

Tag 54 Palas de Rei – Arzua 29,0 km

Sonntag, 19. Juli 2015, Tag 55

Ein großes und herzliches Danke schön an Arnt. Dank seiner telefonischen Unterstützung bzw. seines fachmännischen Rates, konnte Anne heute langsam, aber immerhin, die gesamte Strecke mitlaufen. Aufgrund des Rates vom Doc, hatte Anne in den letzten Tagen und Nächten aus Ermangelung an Quark, Yoghurtwickel um ihr Schienbein gemacht und es möglichst viel geschont. Heute war die Schwellung schon gut abgeklungen und durch den richtigen (!) Einsatz unserer kleinen Giftküche, viel hilft manchmal gar nicht, waren die Schmerzen im akzeptablen Bereich.

So konnten wir den gemütlichen Spatziergang durch das grüne Galizien, mit seinen Eukalyptus-, Eichen- und anderen Laubbaumwäldern, sowie den Wiesen und Feldern gemeinsam genießen. Ich hatte ja schon in den letzten Tagen alleine das Vergnügen, aber gemeinsam ist es viel schöner. Mit drei großen Pausen war dann auch die Belastung für Anne nicht zu hoch und auch ich kann, wenn ich mich anstrenge, langsam gehen.

Je näher wir an Santiago de Compostela kommen, desto voller wird der Wanderweg, oder umso mehr Pilger sind unterwegs. Besonderst heute Morgen hatten es viele sehr eilig, da sie heute noch Ankommen wollten. Wir werden auch den morgigen und damit letzten Wandertag langsam angehen lassen. Aus Rücksicht auf Annes Bein werden wir nicht weiter nach Finistera laufen, sondern den Weg mit dem Bus zurücklegen. Wie wir die für den Weg nach Finistera eingeplanten Tage aufteilen, werden wir kurzfristig in Santiago de Compostela entscheiden. So springen noch ein paar Erholungstage mehr heraus. Unser Rückflug ist ja fest gebucht und umbuchen wäre wahrscheinlich teurer, als die Tage mit Urlaub zu nutzen.

vor Arzua  Landschaft vor Arzua

junge Eukalyptusplantage  junge Eukalyptusplantage

kurzzeitig alleine  kurzzeitig alleine unterwegs

Wegbegleiter  kleiner Wegbegleiter heute

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Unschöne Entwicklungen

Tag 53 Portomarin – Palas de Rei 25,2 km

Tag 52 Sarria – Portomarin 24,5 km

Freitag, 17. Juli 2015, Tag 53

Sowohl gestern, als auch heute war es schöner Wandertag durch abwechslungsreiche Natur. Der Weg führt zumeist durch verkehrsarme Gegenden, die von bäuerlicher Landwirtschaft und Wäldern geprägt sind. Die exzessive Viehhaltung und die starke Aufbringung der Gülle auf den Feldern ist zwar zeitweise etwas sehr geruchsintensiv, aber wir Kinder vom Lande …

So langsam kommen wir unserem ersten Ziel, Santiago de Compostela, immer näher. Auch ohne Hinweise darauf, ist es merklich spürbar, an den immer größer werdenden Pilgerscharen. Vor allem Familien mit Kindern, mit und ohne Kinderwagen, und Jugendgruppen treten in immer größerer Anzahl den Weg nach Compostela an. Von leise und besinnlich kann schon lange keine Rede mehr sein. In Gesprächen mit anderen, älteren und oftmals wiederholenden Pilgern, meine ich immer öfter Unmut über die Situation herauszuhören. Gersten meinte eine Dame, die den Weg schon häufiger gegangen ist, zu uns, der Weg verkomme zur Hippiekultur. Auch sollen in von ihr besuchten Herbergen immer häufiger weiche Drogen die Runde machen.

Mich nerven lediglich die lärmenden Gruppen, welche nicht immer nur aus Jugendlichen bestehen müssen. Musik über Kopfhörer hören ist ja in Ordnung, aber warum muss es über zusätzliche Lautsprecher sein? Denen entkommt man auch nicht. Durch schnelleres gehen entkommt man ihnen nicht, da sie auch schnell sind, langsam nützt auch nichts, da sie viele Pausen machen und man sie dann wieder einholt. Selbst eine längere Pause zu machen, ist oft der einzige Weg, dem Krach zu entkommen. Hoffentlich hat eine Pilgerin mit ihrer heutigen Aussage Recht, ab morgen hätten wir Ruhe, denn die Jugendgruppen wollten alle am Sonntag in Santiago de Compostela ankommen.

Da wir die letzte lange Etappe gesplittet haben, kommen wir ja erst am Montag in Santiago de Compostella an. Leider kann Anne vorerst nicht mehr dem Weg laufen, da sie sich eine schmerzhafte Sehnenentzündung am Schienbein beim langen Abstieg von O Cebreiro zugezogen hat. Das ist sehr traurig, aber leider nicht zu ändern. So gehe ich den Weg erstmal alleine weiter, in der Hoffnung, dass wir doch noch gemeinsam in Santiago de Compostela einlaufen können. Was dann kommt, kömmen wir heute noch nicht absehen.

herrliche Landschaft  herrliche Landschaft

herrliche Landschaft 2  auch sehr schön

Pilgerströme  Pilgerströme

Wegstein  die noch zu laufenden Kilometer werden alle 5oo Meter auf solchen Wegsteinen angezeigt

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Kleiner Umweg

Tag 51 Triacastela – Sarria 25,6 km

Mittwoch, 15. Juli 2015, Tag 51

Unsere heutige Etappe nach Sarria war mit 18 Kilometer ausgeschrieben. Leider geht der Weg immer einer Landstraße entlang und die Alternative über Samos wird mit 24 Kilometern angegeben. Wir hatten uns für den Weg über Samos entschieden, um in Samos ein heute noch von Benediktinern bewohntes und bewirtschaftetes Kloster, dessen Gründung im sechsten Jahrhundert liegt und auch heute noch Pilger aufnimmt, zu besichtigen. Der Umweg hat sich gelohnt. Wir haben bei der Führung zwar nichts verstanden, da die Erläuterungen ausschließlich auf Spanisch erfolgten, aber der nach einem schweren Brand in 1951 grundsanierte Gebäudekomplex ist schon beeindruckend.

Auch der Weg nach Samos und weiter bis kurz vor Sarria führte wunderschön durch Eichen- und Kastanienwald. Auch führte der Weg durch ein Dorf, in dem nur Rinder sich auf der Straße erleichtern dürfen. (Siehe Foto unten) Da nur wenige Pilger den Umweg über Samos nehmen und wir die meiste Zeit allein auf weiter Flur waren, war es ein herrlich ruhiger Wandertag.

auf dem Weg nach Samos  auf dem Weg nach Samos

erleichtern verboten  hier dürfen nur Rinder auf die Straße machen

Kloster in Samos  das Benediktiner Kloster von Samos

Codex Calixtinus  der Codex Calixtinus aus dem 12 Jahrhundert, der erstmalig die Pilgerroute des Jakobsweges mit Unterkünften und Hospizen beschrieben hat

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Erkläre mir einer Blasen

Habe ich mir doch heute tatsächlich wieder eine Blase gelaufen. Nach mehr als drei Wochen oder mehr als 500 Kilometer blasenfreiem Laufen, habe ich mir heute wieder eine Blase eingefangen. An der gleichen Stelle, an der ich zu Beginn drei Blasen untereinander hatte. Was soll das?

Wahrscheinlich habe ich die Schuhe nicht genügend eingelaufen. Denn die Socken waren frisch in der Maschine, ohne Waschpulver, sondern mit Flüssigwaschmittel, ohne Weichspüler gewaschen. Auch die Socken sind von mir mehr als 500 Kilometer eingelaufen worden.

Also, was soll das?

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Doppelter Stress

Tag 50 O Cebreiro – Triacastela 22,0 km

Dienstag, 14. Juli 2015, Tag 50

Heute hatten wir es besonderst eilig. Unsere telefonische Reservierung, die der freundliche Wirt in Calzadilla de la Cueza für uns gemacht hatte, galt nur bis 15.00 Uhr. Gestern mussten wir in O Cebreiro erstmals erleben, welche Verzweiflung Pilger erleiden, die an allen Unterkünften abgewiesen werden, weil alle Betten um 18.00 Uhr belegt waren und der nächste Ort über 5 km entfernt ist. Wie wir aus Gesprächen erfahren hatten, wollten viele Pilger heute von O Cebreiro nach Triacastela wandern, wie wir auch. Als war Tempo angesagt.

Trotzdem hatten wir ein Auge für die herrliche Landschaft mit viel grün und endloser Weite. Besonderst interessant war die Zuckerwatte, die sich am frühen Morgen durch die Täler schob. Wir waren zum Glück hoch genug, um von ihr verschont zu bleiben und konnten so die frische Morgensonne genießen. Zuerst war es auch noch recht frisch auf 1300 Meter Höhe. Dies sollte sich aber schnell ändern, da wir zum Pass Alto do Polo auf 1335 Meter noch einige Höhenmeter schaffen mussten, nachdem wir den Pass Alto do San Roque mit dem Pilgerdenkmal auf 1270 Meter passiert hatten.

So genossen wir einen wunderschönen Weg durch herrliche Natur, begleitet von Glockengebimmel glücklicher Bergrinder und passierten kleine Ortschaften mit beschissenen Straßen. Kurz vor erreichen unseres Zielortes vollendeten wir dann noch den 1000. Kilometer auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Zeit hin oder her, dafür musste ein Foto inszeniert und auf einen nachfolgenden Pilger zum fotografieren gewartet werden.

Unsere Unterkunft erreichten wir dann glücklich um 13.30 Uhr. Als dann nach meinem Pass gefragt wurde, der sich immer in meinem Portemonnaie befindet, wurde ich ganz blass. Kein Pass da, Annes auch nicht. Der kann nur an der Rezeption der letzten Unterkunft liegen geblieben sein. Anruf dort durch unsere heutige Wirtin, kein Pass liegen geblieben, wo ist das scheiß Ding? Neuer Anruf in der letzten Unterkunft, vielleicht auf dem Zimmer liegen geblieben, was eigentlich nicht sein kann. Bange Minuten des Wartens, auch da kein Pass. Jetzt auf´s Zimmer und Rucksack auspacken, irgendwo muss er ja sein. Also hinter der Senora her auf´s Zimmer. Auf dem Weg dorthin greife ich in die Beintasche meiner Wanderhose – da sind sie ja, unsere Pässe, wie kommen die denn da hinein? Auf die Aufregung gab es dann erst einmal ein kühles Radler auf unserer Terrasse.

Zuckerwatte  Zuckerwatte schieb sich durch das Tal

Pilgerdenkmal  Pilgerdenkmal am Pass Alto do San Roque

traumhafte Landschaft  mal wieder eine traumhaft schöne Landschaft

800 jährige Kastanie  Anne vor einer achthundert jährigen Kastanie am Pilgerweg

Ankunftbierchen  nach dem Stress erst einmal ein Ankunftbierchen

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So will ich auch auf den Berg

Tag 49 Vega de Valcarce – O Cebreiro 13,3 km

Tag 48 Cacabelos – Vega de Valcarce 25,6 km

Tag 47 Molinaseca – Cacabelos 23,2 km

Montag, 13. Juli 2015, Tag 49

Heute erwartete uns keine lange, dafür aber eine steile Tour. Nach einem einfachen Frühstück in der Panaderia, Madame war mit 13 Pilgern gleichzeitig etwas überfordert, ging es auf den Weg nach O Cebreiro auf 1300 Metern. Die ersten sieben Kilometer folgten wir, sanft aber stetig steigend, der Landstraße in ein Tal. Neben der Straße rauschte wie gestern ein Flüsschen. Dann gabelte sich der Weg, Radfahrer und Autos nach rechts, weiter auf der Landstraße, Fußgänger nach links, einem Waldweg folgend. Es war herrlich dem Weg durch den Wald zu folgen, wäre er nicht urplötzlich steil nach oben abgebogen. Je weiter wir dem Weg folgten, desto steiler und steiniger wurde er. Trotzdem kamen wir gut voran. In La Faba hatten wir die erste Anhöhe und 300 Höhenmeter geschafft. Nach einer kurzen Pause und einem kühlen Erfrischungsgetränk nahmen wir die nächste Anhöhe nach La Laguna und die nächsten 300 Höhenmeter in Angriff. Leider endete kurz hinter La Faba der schattenspendende Wald, dafür hatten wir einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge, Schluchten und Täler. In La Laguna machten wir eine etwas längere Pause, stärkten uns und nahmen dann den letzten Anstieg mit 100 Höhenmetern in Angriff. Auf diesem Wegstück sahen wir dann auch, wie man sich den Weg hätte einfacher machen können. Eine etwas stabilere Pilgerin, die wir morgens noch beim Frühstück in der Panaderia gesehen hatten und uns gefragt hatten wie weit die denn heute wohl kommen würde, überholte uns hoch zu Ross. Der Pferdeführer ließ sich, am Schweif des Pferdes festhaltend, den Weg hinauf ziehen. Kurze Zeit später überholten uns zwei weitere Pilger hoch zu Ross, aber ohne Pferdebegleiter. Am Ortseingang von O Cebreiro hielten sie an, stiegen von den Pferden und gingen ganz entspannt in den Ort. Der Pferdeführer machte sich dann hoch zu Ross mit den drei Pferden wieder auf den Rückweg. So will ich auch auf den nächsten Berg.

Sonntag, 12. Juli 2015, Tag 48

Heute Morgen gab es mal wieder etwas Neues. Leider gab es in unserer Unterkunft erst ab 8.00 Uhr Frühstück, ist ja Sonntag und überhaupt, ärgerliche Frühaufsteher. Also waren wir gestern Abend noch im örtlichen Supermarkt gewesen und hatte uns Brötchen, Käse, Wurst und Wasser für unser Frühstück und den Weg gekauft. Somit saßen wir um 7.00 Uhr auf unserem Zimmer und aßen Frühstück ohne Kaffee, dafür mit Wasser. Geht auch und ist besser als wie in der Vergangenheit nur mit Banane aus der Hand auf dem Weg. Um 7.30 Uhr verließen wir unsere Unterkunft und machten uns bei angenehm frischen Temperaturen auf den heutigen Weg. Dieser ging auch meistens über Asphaltstraße, zunächst noch durch das riesige Weinanbaugebiet Bierzo nach Villafranca del Bierzo, wo wir nach 8 Kilometern den morgendlichen Kaffee und frischen Orangensaft nachholten. Ab Villafranca del Bierzo folgten wir dem Weg entlang der Straße. Auch wenn es auf der Karte aussah, als ob wir in der Nähe der Autobahn seien, haben wir kaum bis keinen Lärm davon mitbekommen. Es verlaufen drei Straßen mehr oder weniger parallel zu einander. Die alte Landstraße, der wir gefolgt sind, die neue Landstraße, die eine neue Trasse bekommen hat und für die hier und da Tunnel gebaut worden sind und dann noch die Autobahn, die durch Tunnel und über sehr hohe Brücken führt. Unser Weg war der schönere, führte es doch durch eine Schlucht, immer am Fluss entlang. Wäre der Asphalt nicht so hart gewesen oder ein Naturweg, es wäre ein Genuss gewesen dem Fluss zu folgen.

Als wir um 15.15 Uhr unsere Unterkunft erreichten, waren wir rechtschaffen Müde, aber glücklich und Zufrieden. Leider war außer einem anderen Gast, der im Garten seine Wäsche wusch, niemand anwesend der uns hätte begrüßen oder uns unser Zimmer geben konnte. Der andere Gast hatte etwas von Madame und Panaderia gesagt, das wir uns aber nicht erklären konnten. Nach einer halben Stunde Wartezeit machte ich mich auf, die Madame und die Panaderia zu suchen. Die Panaderia lag schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite und Madame entpuppte sich als deren Inhaberin und unsere Vermieterin. Wir hätten auf der Terrasse bis St. Nimmerlein warten können, so aber ging sie gleich mit und gab uns unser Zimmer. Für 4,- € Nutungsgebühr stellte sie uns auch eine Waschmaschine nebst Waschpulver zur Verfügung. So ab und an ist eine Maschinenwäsche doch besser als nur die tägliche Handwäsche. Im Garten auf der Leine war die Wäsche dann auch in gut einer Stunde wieder trocken und angenehm frisch und sauber.

Samstag, 11. Juli 2015, Tag 47

Die heutige Tour wurde erst auf den letzten 5 Kilometern schön und interessant. Nach Molinaseca hieß es erst einmal die Stadt Ponferrada zu erreichen, an der massiven Templerburg ein paar Fotos schießen und dann durch viele kleine Ortschaften hindurch, unser Ziel Cacabelos zu erreichen. Bis zum Überqueren der Autobahn liefen wir also durch Ortschaften, kleiner Felder oder Schrebergärten. Kaum hatten wir die Fußgängerbrücke über die Autobahn passiert und die nächste kleine Anhöhe erklommen, standen wir vor einer Hügellandschaft mit ausgedehntem Weinanbau, Bäumen, Büschen und Sträuchern. Schlagartig hatte sich die Landschaft verändert. Sogar Rosen verwöhnten uns mit ihrem Duft an vielen Kopfenden der Weinrebenreihen. Wir waren fast den ganzen Tag auf Asphalt gegangen und freuten uns, als wir um 16.00 Uhr unsere Unterkunft erreicht hatten.

Diagramm O Cebreiro

Aufstieg nacch O Cebreiro

daher kamen wir  von ganz unten kamen wir

da gehts rauf  nach O Cebreiro

da geht es hinauf nach O Cebreiro

Reiterin 1  man beachte die Bildvergrößerung, so kommen wir auch auf jeden Berg

Reiter 2  so will ich auch auf den Berg

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Tolle Landschaft

Tag 46 Rabanal del Camino – Molinaseca 26,1 km

Freitag, 10. Juli 2015, Tag 46

Als wir um 16.15 Uhr unsere Unterkunft in Molinaseca erreicht hatten, beendeten wir eine der schönsten, aber anspruchsvollsten Etappen unseres bisherigen Weges. Stand in unserem Reiseführer, die Tour sei 24,5 km, reine Gehzeit 7,5 Stunden und Klassifiziert als schwer, so beendeten wir die Tour nach knapp 6 Stunden reiner Gehzeit und waren Stolz wie Bolle. Die Schwierigkeiten waren nicht die 460 Meter Anstieg, sondern die mehr als 1000 Meter Abstieg. Zwar brauchten wir insgesamt etwas mehr als 8 Stunden, die Landschaft war aber auch zu schön und so machten wir mehr und längere Pausen als sonst.

Ging der Weg zunächst stetig bergauf, so entschädigte der Weg, der etwas abseits einer kaum befahrenen Straße verläuft, durch seinen guten Zustand und der Ruhe, in die er führte. Wir näherten uns dem Ende eines bewaldeten Talkessels und mussten den Hügel, der den Rand bildete, übersteigen. Auf der Spitze des Hügels wurde der Blick frei für eine Vielzahl weiterer Hügeln und Berge, deren Ende man nicht absehen konnte. Überall wuchs grünes Buschwerk, Wald oder wenigstens Gras auf grünen Wiesen. Schade, dass die vielen Blüten an den Büschen bereits verblüht waren und nur noch ein dunkles Braun für uns hatten. Es muss fantastisch aussehen, wenn hier alles blüht. Aber auch so waren wir von der Landschaft schwer beeindruckt. Leider sind die uns dargebotenen Bilder mit meiner kleinen Kamera nur schwer zu erfassen.

Am Cruz de Ferro (Eisenkreuz), einem bedeutenden Ort auf dem Pilgerweg, machten wir auf 1500 Meter Höhe unsere erste Pause und genossen die Aussicht. Nach durchschreiten einer Senke und der Ortschaft Manjarin mit seiner noch schrägeren Pilgerherberge, erreichten wir den höchsten Punkt der gesamten Tour am Collado de las Antenas, anscheinend benannt nach den hohen Antennen, die hier stehen. An einer mobilen Bar machten wir eine weitere Pause bei kühlen Erfrischungsgetränken. Von nun an ging es über 1000 Höhenmeter nur noch bergab. Was anfangs noch sehr schön, weil nicht anstrengend, ging schnell zu Lasten der Hüften. So mussten wir in Riego de Ambros, 5 Kilometer vor unserem Ziel, noch eine längere Regenerationspause einlegen. Da wir keinen Hunger verspürten, schenkten wir unserem Körper eine Vielzahl an Elektrolyten in Form von kaltem Radler. Die tollen Ausblicke auf die Berge und das satte Grün halfen uns dann noch über die letzten, steil bergab führenden Kilometer. Hoffentlich dürfen wir noch mehr so schöner Tage erleben.

tolle Landschaft  tolle, weite Landschaft

am Cruz de Ferro  am Cruz de Ferro

da müssen wir hin  zu den Sendemasten, dem höchsten Punkt des Caminos, müssen wir hin

langsam und vorsichtig  langsam und vorsichtig geht es den Berg wieder hinunter

die Pilgerbrücke von Molinaseca  die Pilgerbrücke von Molinaseca, der Fluss ist hier zum Freibad aufgestaut

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Herz, Geist und Seele

Tag 45 Astorga – Rabanal del Camino 19,6 km

Tag 44 Villadangos del Paramo – Astorga 30,0 km

Donnerstag, 9. Juli 2015, Tag 45

Nachdem die letzten Tage doch etwas anstrengend und stressig waren, entschädigte der heutige Tag Herz, Geist und Seele.

Mussten wir gestern die ersten 10 Kilometer noch an der sehr lauten und vielbefahrenen Nationalstraße entlang gehen, bog der Weg dann endlich in ruhigere Gebiete ab. Es war schön anzusehen, wie schnell sich die Landschaft während einer Tagestour ändern kann. Ging es den Hügel auf der einen Seite mit Brachland und vereinzelten Büschen und Bäumen hinauf, ging es an der anderen Seite mit viele grün durch Mais- und Sonnenblumenfelder wieder hinunter. Kurzes Tal mit viel Gemüseanbau und den nächsten Hügel mit Getreide und Weinanbau wieder hinauf. Runter ging es dann durch einen locker aufgestellten Steineichenwald, der sich auch den nächsten Hang hinauf mit Aufforstungen von Kiefern abwechselte. Hinunter war dann wieder Ackerbau mit vorwiegend Getreideanbau angesagt, an deren Ende sich die Stadt Astorga an den nächsten Hang anschmiegte. Bis hierhin hätte es noch ein schöner Tag werden können, wenn in Astorga nicht die von uns favorisierten Besichtigungen wegen geschlossen ausfallen mussten. Da ärgert man sich nach anstrengenden 30 Kilometern doch gewaltig.

Zum Abendessen hatten wir uns in der Unterkunft die vielfach angepriesene Spezialität Astorgas gewünscht und mehr als dreieinhalb Stunden vorbestellt. Cocido Maragato sollte siebenerlei Fleisch mit Kohl und Kichererbsen, Suppe und Sahnepudding sein. Das aufgetischte Fleisch entsprach etwa einer Schlachtplatte mit viel Fett, geräuchertem, furztrockenem Geflügelfleisch und einer feuerscharfen Wurst. Anne hat fast nichts davon gegessen und ich habe mich an die geräucherten Rippchen gehalten. Mit etwas Senf waren sie ganz lecker und Kohl und Kichererbsen machen ja auch satt. Auf die Suppe als zweiten Gang haben wir dann verzichtet und statt Sahnepudding gab´s den von Spaniern anscheinend so geliebten, weil immer wieder vorgesetzten Flan ( Caramelpudding ). In der kalten Jahreszeit mag dieses fettreiche Essen ja ganz bekömmlich sein aber uns schlug es auf den Magen und sorgte für eine unruhige Nacht Die dazu servierte Flasche Rotwein war hingegen sehr ansprechend.

Als wir heute Morgen um kurz vor acht die Unterkunft verließen, waren wir wieder guter Dinge und die 7° C verhalfen zu einem zügigen Vorankommen. Hinter Astorga ging der Weg zwar stetig ansteigend, aber immer weiter vom Lärm und Verkehr der letzten Tage weg. Viel grün und Graslandschaft ließen den weiteren Weg in die Eichen- und Kiefernwälder, die vor uns lagen, ahnen. Ich habe lange nicht so große Gebiete gesehen, die mit Kiefern aufgeforstet werden. Leider fehlt es an größeren Bäumen und der zunächst von weitem erwartete Wald war nur Krüppelkiefer und Buschwerk. Trotzdem, die Ruhe, das beruhigende Farbenspiel und das sanfte Rauschen des Windes in den Bäumen, entschädigten für die letzten Tage.

Wir waren froh, als wir unsere Unterkunft nach knapp 20 Kilometern erreichten, denn Annes Kräfte ließen doch, ob der Anstrengungen der letzten Tage und der wenig zugeführten Kalorien, merklich nach. Nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf und der Vorfreude der ansprechende Speisekarte für das Abendessen, Pilgermenü kann uns heute gestohlen bleiben, sieht die Welt schon wieder viel besser aus. Auch an einer guten Flasche Rioja darf es heute Abend nicht fehlen.

viel Grün wartet auf uns  viel Grün wartet auf uns

Schattenspiele  Schattenspiele am Morgen

Kathedrale von Astorga  geschlossene Kathedrale von Astorga

Gaudis Bischofspalast  von Gaudi erbauter Bischofspalast in Astorga

lange Pilgerbrücke von Hospital de Orbigo  die lange Pilgerbrücke von Hospital de Orbigo

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